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BIM für Bauherren: Lohnt sich die Einführung?

Autor: TWINGINE Redaktion

8 Min.

Die Baubranche in Deutschland boomt seit Jahren. Allerdings wachsen auch die Herausforderungen: Pandemie, Fachkräftemangel, Kostendruck und strenge Klimaschutzziele beschäftigen immer mehr Bauherren. Ist BIM für Bauherren der Schlüssel, um erfolgreich zu bleiben?

Status quo in der Real-Estate-Branche

Selbst in den Corona-Jahren 2020 und 2021 zeigte sich die deutsche Bauwirtschaft stark und stabil. Mehr Umsatz, mehr Beschäftigte – dieser Trend soll sich laut Branchenkennern auch 2022 fortsetzen. Doch es gibt noch mehr Trends, die in den nächsten Jahren auf Bauherren zukommen.

Das sind einige der wichtigsten Veränderungen, auf die Bauherren reagieren müssen:

  • Projekte werden immer komplexer. Gesetzliche Vorschriften, enge Kostenkalkulationen, hohe Nachhaltigkeitsanforderungen und eine Vielzahl von Projektbeteiligten und Projektdaten machen Bauvorhaben heute so komplex wie nie.
  • Die Digitalisierung wird immer wichtiger. Die Baubranche galt lange als analoge Branche. Das ändert sich nun, denn spätestens seit dem Wechsel von 0 auf 100 Prozent Home-Office ist klar, wie wichtig digitale Prozesse in allen Bereichen der Wirtschaft sind.
  • Die Anforderungen an nachhaltige Gebäude werden immer strenger. Der Gebäudesektor ist einer der größten Energieverbraucher und CO2-Verursacher. Immobilien stellen deshalb einen großen Hebel zur Erreichung der Klimaziele dar – allerdings werden damit auch die Vorgaben für Neubauprojekte und Bestandssanierungen immer strenger.

BIM für Bauherren: Welche Probleme löst die Bausoftware?

Komplexität, digitale Prozesse und Nachhaltigkeit sind drei Felder, die Bauherren mithilfe von digitalen Tools problemlos meistern können. Medienunternehmen nutzen Content-Management-Systeme, um ihre Prozesse zu digitalisieren. Im Handel sorgen ERP-Systeme für optimierte Abläufe. Für Bauherren ist das Building Information Modeling (BIM) der Schlüssel zur Digitalisierung.

Basis für BIM und die darauf aufbauende Bausoftware ist ein virtuelles Gebäudemodell, das von Anfang an wertvolle Informationen rund um ein Bauprojekt liefert. Es geht über technische Skizzen und Visualisierungen hinaus und gibt umfassende mehrdimensionale-Einblicke in Bauprojekte, noch bevor diese in die Umsetzung gehen. Simulationen helfen dabei, Risiken von Anfang an zu reduzieren und Real-Estate-Projekte zu optimieren.

Warum BIM für Bauherren sinnvoll ist

Digitale Gebäudemodelle dienen als digitale Planungsgrundlage und sind eine wichtige Schnittstelle zu anderen Projektbeteiligten wie Architekten. BIM reduziert außerdem typische Risiken, mit denen Bauherren konfrontiert sind.

Dazu zählen zum Beispiel:

  • Überschreitung der geplanten Kosten
  • Nichteinhaltung des Zeitplans für ein Bauprojekt
  • Mängel in der Datenbasis durch nicht funktionierende Schnittstellen

Unter welchen Voraussetzungen lohnt sich BIM für Bauherren?

Insbesondere große und kostenintensive Bauprojekte mit mehreren Beteiligten und besonders hohen Anforderungen an Nachhaltigkeit und Qualität profitieren von den Vorteilen von BIM. Damit lassen sich unterschiedlichste Real-Estate-Projekte umsetzen – von Mehrfamilienhäusern über moderne Büroprojekte bis hin zu Infrastrukturprojekten.

5 Vorteile: BIM für Bauherren verbessert Prozesse und Zusammenarbeit

Der größte Vorteil von BIM für Bauherren ist, dass sich Fehler frühzeitig erkennen und vermeiden lassen. Darüber hinaus gibt es viele weitere Vorteile. Das sind die Top-5-Vorteile der Software für Bauherren:

  1. Kosten, Zeit und Ressourcen sparen: BIM erzeugt aus Gebäudeinformationen ein virtuelles Modell. Anhand dieses Modells können Bauherren die Planung, die Ausführung und die Bewirtschaftung ihrer Gebäude viel genauer managen und mithilfe von projektrelevanten Informationen optimieren. Dadurch lassen sich Bauzeiten reduzieren und Material und Kosten sparen.
  2. Mehr Sicherheit für die Planung: Digitale Gebäudemodelle erlauben es Bauherren, Planungsfehler frühzeitig zu erkennen und rechtzeitig entgegenzuwirken. Zeitaufwendige und teure Nachbesserungen lassen sich so auf ein Minimum reduzieren. Außerdem können Bauherren ihre Projekte mit der BIM-Methode präziser planen und Risiken besser einschätzen.
  3. Daten und Informationen besser nutzen: Die BIM-Methode lebt von einer validen Datenbasis. Vor der Digitalisierung von Bauprozessen lagen wichtige Informationen bei den verschiedenen Projektbeteiligten und waren aufgrund verschiedener Programme und Dateiformate nur schwer miteinander zu verbinden. BIM schafft eine Plattform, in der Gebäudeinformationen zusammenfließen und einen Mehrwert für Bauherren schaffen.
  4. Optimiertes Lebenszyklus-Management: Neben Planungsdaten lassen sich mit der BIM-Methode auch Gebäudedaten aus dem Bestand integrieren. So können Projekte auch nach Abschluss der Bauphase einfach analysiert und optimiert werden, etwa im Hinblick auf das Facility Management oder Sanierungen im Bestand für die Optimierung der Energieeffizienz.
  5. Besser im Team zusammenarbeiten: Die eingangs erwähnte Komplexität von Bauprojekten rührt unter anderem daher, dass immer mehr Spezialisten an der Ausführung von Immobilien beteiligt sind. BIM konsolidiert alle relevanten Daten für ein Real-Estate-Projekt und schafft damit eine Single Source of Truth. Bauherren vermeiden so, mit fehlenden oder veralteten Informationen zu arbeiten.

Nachteile: Kosten und Aufwand können hoch sein

Wie bei jeder größeren Veränderung in einem Unternehmen stellt auch die Einführung der BIM-Methode Bauherren vor Herausforderungen. Neben einer Investition in eine passende BIM-Software ist Zeit nötig, um die Methode zu etablieren.

Außer der Akzeptanz sind fachliches Know-how und Sicherheit die drei größten Herausforderungen, die Bauherren in Bezug auf digitale Lösungen für die Baubranche sehen. Wichtig ist deshalb, alle Mitarbeiter in den Wandel einzubeziehen, neue Prozesse sauber aufzusetzen und bestehende Prozesse nahtlos in die digitale Welt zu überführen.

Vor dem Hintergrund immer komplexerer Projekte und zur Wahrung der Wettbewerbsfähigkeit lohnt es sich jedoch für Bauherren, dem Projekt BIM eine Chance zu geben und den Nutzen der BIM-Methode für das eigene Unternehmen genau zu prüfen.

BIM für Bauherren: Deutschland hat Nachholbedarf

Eine aktuelle PwC-Studie hat gezeigt: Bei den Themen Simulation und Visualisierung, für die BIM im Wesentlichen eingesetzt wird, sehen 88 Prozent der Projektsteuerer in der Real-Estate-Branche heute schon großes Potenzial für ihre Arbeit. Allerdings bewerten nur 44 Prozent die digitalen Fähigkeiten der deutschen Bauindustrie als stark ein.

Viele Projektsteuerer arbeiten daran, die Lücke zu schließen und beschäftigen sich verstärkt mit Themen wie BIM und Cloud-Technologien. Damit die Implementierung solcher Methoden und Tools erfolgreich gelingt, muss der Nutzen von Anfang an klar sein. BIM nur einzuführen, um einen Haken hinter die Digitalisierung zu setzen, ist nicht zielführend.

BIM mit TWINGINE effizient umsetzen

Gerade vor dem Hintergrund, dass viele Bauprojekte heute ineffizient durchgeführt werden, ist BIM ein wichtiger Faktor für mehr Wirtschaftlichkeit. TWINGINE hilft Bauherren, BIM sinnvoll in ihren Projekten einzusetzen und für ihre speziellen Herausforderungen zu nutzen. Der Building Model Analyzer macht Bauprojekte vergleichbar und liefert vollständige Transparenz hinsichtlich der Flächeneffizienz und des CO2-Fußabdrucks eines Gebäudes inkl. möglicher Optimierungen.

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Geschrieben von:

TWINGINE Redaktion

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