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Nachhaltigkeit in der Baubranche durch Effizienz

Autor: TWINGINE Redaktion

10 Min.

Um mehr Nachhaltigkeit in der Baubranche zu erreichen, sind alle Akteure gefragt. Bauherren können über die Effizienz ihrer Gebäude einen wesentlichen Teil dazu beitragen, dass die Klimaziele im Gebäudebereich erreicht werden können.

Warum Nachhaltigkeit im Bauwesen essenziell für den Klimaschutz ist

Die Immobilienbranche ist eine der größten CO2-Emissionsquellen in Deutschland. Das Ziel der Bundesregierung lautet deshalb: Bis zum Jahr 2050 soll der Primärenergiebedarf von Gebäuden um 80 Prozent gegenüber 2008 sinken. Der restliche Energiebedarf soll dann überwiegend – also zu mehr als 50 Prozent – aus erneuerbaren Energiequellen gedeckt werden.

Konkrete Konzepte und Techniken zum Erreichen dieser ambitionierten Ziele zeigt zum Beispiel die Studie „Klimaneutraler Gebäudebestand 2050“ des Umweltbundesamtes auf. Vernetzte und energiesparende Beleuchtung, Energiespeicher, regenerative Stromerzeugung und Kraft-Wärme-Kopplung sind nur einige der Möglichkeiten, die darin vorgestellt werden.

Das gibt Hoffnung, dass Klimaschutz bei Gebäuden umsetzbar ist. Es zeigt aber auch: Die Herausforderungen für die Baubranche und insbesondere für Bauherren und Projektentwickler werden in Zukunft immer weiter steigen. Wie können sie ihnen begegnen?

Nachhaltigkeit in der Baubranche: Was zeichnet nachhaltige Projekte aus?

Nach dem Prinzip der Nachhaltigkeit zu handeln, bedeutet grundsätzlich: Ressourcen sollten stets mit Rücksicht auf nachfolgende Generationen eingesetzt werden. Dieses Handlungsprinzip gilt für die verschiedensten Branchen.

Doch was bedeutet „nachhaltig bauen“? In der Real-Estate-Branche geht es mit Blick auf die Nachhaltigkeit darum, energieeffiziente Gebäude zu errichten oder den Gebäudebestand energieoptimiert zu sanieren.

Ressourcen spielen dabei selbstverständlich auch eine Rolle. Dazu gehört aber nicht nur, die richtigen Materialien schonend zu verwenden und zusätzlich eine PV-Anlage auf dem Dach zu planen. Nachhaltig bauen bedeutet vor allen Dingen, Zusammenhänge zu erkennen, vorausschauend zu planen und ganzheitliche Projekte mit Mehrwert für Mensch und Umwelt zu realisieren.

Um in Zukunft Immobilienprojekte vor diesem Hintergrund zum Erfolg zu führen, ist es unter anderem wichtig, ein Gebäude nicht als isoliertes Immobilienprojekt zu betrachten. Vielmehr müssen Immobilen im Kontext von Stadtquartieren oder Gewerbegebieten gesehen werden.

Nachhaltigkeit im Bauwesen – diese Faktoren gehören dazu:

  • Nachhaltigkeit in allen Lebenszyklus-Phasen verankern – von der Planung über den Bau und den Betrieb bis hin zum Rückbau des Gebäudes
  • recyclingfähige Baustoffe verwenden (Cradle-to-Cradle-Prinzip)
  • Flächen effizient nutzen
  • nachhaltige Materialien und Nachhaltige Materialien wie Holz und Sekundärbaustoffe wie Recyclingbeton verwenden verwenden
  • Immobilienprojekte effizient planen – zum Beispiel unter Verwendung von digitalen Tools und mit Unterstützung von Algorithmen

Nachhaltigkeit in der Baubranche zielt also letztendlich darauf ab, Projekte auf den drei Säulen der Nachhaltigkeit aufzubauen: Ökonomie, Ökologie und Soziales.

Ökonomie: Kosten reduzieren

Bei der ökonomischen Dimension stehen die gebäudebezogenen Lebenszykluskosten, die Wirtschaftlichkeit und die Wertstabilität von Immobilienprojekten im Fokus. Es geht darum, die Kosten bereits bei der Planung und Errichtung zu reduzieren und auch die Baufolgekosten niedrig zu halten.

Erhebliche Einsparpotenziale lassen sich während der Planungsphase zum Beispiel durch eine umfangreiche Lebenszykluskostenanalyse erreichen.

Ökologie: Ressourcen schonen

Die ökologische Dimension beschäftigt sich mit Möglichkeiten zur Ressourcenschonung. Angestrebt wird dabei ein optimierter Einsatz von Baumaterialien und -produkten, eine effiziente Inanspruchnahme verfügbarer Flächen, die Erhaltung und Förderung der Biodiversität und die Reduzierung des Verbrauchs von Energie und Wasser.

Bauherren sollten dabei alle erforderlichen Energie- und Stoffströme betrachten. Sie müssen außerdem dafür sorgen, dass lokale Umwelteinwirkungen durch die Herstellung der Baustoffe und die Gebäudenutzung möglichst gering sind. Die Umweltbelastungen sollen auf lokaler und globaler Ebene minimal bleiben.

Soziales: Der Mensch im Mittelpunkt

Die soziale Dimension zielt auf den Menschen ab. Wohlbefinden und Gesundheit hängen unter anderem von einer hohen Lebensqualität ab, zu der Gebäude beitragen können. Dazu müssen sie nachhaltig, funktional und ansprechend geplant werden.

Diese Nachhaltigkeitsdimension stellt die Nutzerbedürfnisse und Funktionalität von Gebäuden sowie ihre kulturelle und ästhetische Bedeutung in den Mittelpunkt.

Schlüssel zur Nachhaltigkeit: Baubranche muss effiziente Gebäude bauen

Bauherren müssen heute alle genannten Faktoren in ihre Gebäudeplanung einbeziehen. Einer der größten Hebel, um CO2-Reduktionen zu erzielen, ist und bleibt jedoch die Gebäudeeffizienz. Effizient ist ein Gebäude, wenn es möglichst wenig Energie verbraucht.

Fast 40 Prozent des gesamten Energieverbrauchs in Deutschland fallen für den Gebäudesektor an, 85 Prozent dieser Energie benötigen Privathaushalte zum Heizen und Kühlen. Die Einsparpotenziale im Gebäudesektor sind enorm: Der deutsche Gebäudebestand umfasst rund 19 Millionen Wohngebäude und 1,9 Millionen beheizte oder gekühlte Nichtwohngebäude.

Digitale Energieoptimierung: Gebäude transparent analysieren und planen

Um die Effizienzpotenziale ihrer Gebäudeprojekte optimal zu heben und einen Beitrag zur Nachhaltigkeit in der Baubranche zu leisten, müssen Bauherren in Zukunft alle ihnen zur Verfügung stehenden Daten nutzen.

Nachhaltiges Bauen beginnt bereits in der Planung von Immobilienprojekten. Bauherren können mithilfe von Daten in dieser wichtigen Phase die Weichen für eine nachhaltige Bauweise stellen und:

  • Baumaterialien, Fassadengestaltungen und Energiequellen vergleichen,
  • Ressourcen und Arbeitskraft effizient einsetzen,
  • das Risiko von Zeit- und Kostenüberschreitungen bei Bauprojekten frühzeitig minimieren,
  • und so eine hohe Gebäudeeffizienz erreichen.

Effiziente Gebäude sind nicht nur im Sinne der Nachhaltigkeit ein Gewinn. Auch vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels und steigenden Baukosten lohnt es sich, Gebäude von Anfang an effizient zu planen.

Gebäudemodelle besser analysieren – für noch mehr Effizienz

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) hat einen Leitfaden für nachhaltiges Bauen veröffentlicht. Schon heute können Projektentwickler und Bauherren sowie alle andere am Bau Beteiligten viele Effizienzpotenziale heben. Für noch mehr Nachhaltigkeit in der Baubranche regt die Veröffentlichung dazu an, das Thema Nachhaltigkeit bereits im Planungsprozess zu verankern.

Damit das gelingt, ist Transparenz über alle verfügbaren Daten notwendig. Als ein besonders hilfreiches Tool kann sich dabei die BIM-Methode erweisen, die Immobiliendaten zu digitalen Gebäudemodellen zusammenführt.

Diese Modelle lassen sich problemlos visualisieren, um Immobilien noch transparenter planen und ausführen zu können. Damit das gelingt und um BIM endlich gewinnbringend einsetzen zu können, benötigen Bauherren ein Tool wie TWINGINE.

Mit TWINGINE planen Bauherren Effizienz von Anfang an mit

Der Building Model Analyzer von TWINGINE stellt sicher, dass für ein Immobilienprojekt alle relevanten Daten in der geforderten Qualität zur Verfügung stehen. Auf dieser validierten Datenbasis entsteht dann ein digitales Gebäudemodell, für das die wichtigsten Informationen in übersichtlichen Dashboards zusammengeführt werden.

Auf diese Weise können Bauherren verschiedene Planungsoptionen auf einen Blick betrachten, Fassaden- und Baumaterialien miteinander vergleichen, Gebäudevarianten gegenüberstellen und so schneller fundierte Entscheidungen treffen.

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