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ConTech und PropTech: Wie Start-ups die Baubranche revolutionieren

Autor: TWINGINE Redaktion

11 Min.

Nach FinTechs und InsurTechs sind PropTechs die neuen Stars am Digitalhimmel. Die innovativen Unternehmen versprechen viele Verbesserungen für etablierte Prozesse und sind Katalysator für die Digitalisierung der Real-Estate-Branche. Ein Überblick.

Was ist PropTech?

PropTech steht für Property Technology – der Begriff umfasst also Technologien, die sich an die Immobilien- und Real-Estate-Branche richten und die digitale Transformation in diesem Bereich ermöglichen. Man spricht deshalb auch von Real Estate Technology.

Unternehmen im Bereich PropTech

  • entwickeln neue Geschäftsmodelle oder Lösungsansätze für die Real-Estate-Branche,
  • verbessern bestehende Abläufe und Prozesse,
  • stützen sich auf digitale Technologien,
  • optimieren Produkte und Services rund um Immobilien, und
  • fokussieren sich auf die Bewirtschaftung und Verwaltung.

Was ist ConTech?

Letztendlich sollen mit PropTech alle Prozesse von der Planung von Immobilien über den Bau bis hin zum Betrieb und Rückbau effizienter, einfacher und wirtschaftlicher gestaltet werden. Insbesondere Technologien, die gezielt zur Ausführung von Bauprojekten eingesetzt werden, lassen sich speziell unter dem Begriff ConTech (Construction Technology) zusammenfassen. 

Mit modernen Tools, transparenten Daten und optimierten Prozessen können beispielsweise Bauherren ihre Bau- und Betriebskosten senken und ihre Immobilienprojekte effizienter durchführen.

Gehört BIM zu PropTech?

Die Methode des Building Information Modelings gehört weder zu PropTech noch zu ConTech – sie bildet jedoch für viele neue Geschäftsmodelle eine wichtige Grundlage, da sie wichtige Daten rund um Immobilien enthält.

Deshalb zählen junge Unternehmen, die sich mit dem Thema BIM beschäftigen und innovative Lösungen auf BIM-Basis finden, sehr wohl zur PropTech-Szene und liefern wichtige Impulse für den effizienten Einsatz der Methode.

Wo steht Deutschland heute bei PropTech?

Die Corona-Pandemie hat die Nachfrage nach digitalen Lösungen auch in der Real-Estate-Branche noch einmal kräftig befeuert. Immobilienbetreiber, Architekten, aber auch Investoren und Bauherren müssen ihre Prozesse überdenken, verschlanken und digitalisieren – nur so können sich Akteure der Branche Wettbewerbsvorteile sichern.

Sie müssen beispielsweise neue, dezentrale Wege der Zusammenarbeit finden, damit der nächste Lockdown sie nicht ausbremst. Außerdem bietet die sinnvolle Nutzung von vorhandenen Gebäude- und Projektdaten wertvolle Insights und Vorteile für zukünftige Projekte.

Aufgrund dieser Entwicklungen ist die PropTech-Szene in den letzten Jahren in Deutschland stark gewachsen. Immer mehr junge Unternehmen stoßen mit ihren Lösungen auf immer größeres Interesse.

Laut dem Innovationsnetzwerk Builtworld gibt es in Europa bereits über 1.500 Unternehmen, die PropTech-Lösungen anbieten. Zudem gibt es in Deutschland bereits einige Plattformen, die die Interessen der jungen Unternehmen vertreten. Der Zentrale Immobilien Ausschluss e. V. (ZIA) positioniert sich beispielsweise als Sprachrohr für die Branche und hat 2021 eine PropTech-Plattform entwickelt.  Seit 2016 vernetzt außerdem die German PropTech Initiative (GPTI) digitale Newcomer im Real-Estate-Bereich.

Wie revolutionieren PropTech-Lösungen den Real-Estate-Markt?

Welche Vorteile die „jungen Wilden“ für die Immobilienbranche tatsächlich bringen können, zeigen die folgenden Beispiele.

Immobilien besser planen

Rohstoffe werden teurer, Bauflächen werden knapp und die Anforderungen an die Nachhaltigkeit neuer und bestehender Immobilien sind so hoch wie nie. Das setzt Bauherren zunehmend unter Druck.

PropTech-Lösungen verhelfen ihnen auf verschiedenen Wegen zu effizienteren Gebäuden:

  • Mithilfe von digitalen Zwillingen von Gebäuden lassen sich bei der Planung von Immobilienprojekten verschiedene Szenarien durchspielen. Bauherren können so beispielsweise in Bezug auf die Auswahl von Baumaterialien nachhaltige und gleichzeitig wirtschaftliche Entscheidungen treffen.
  • Bauherren müssen oft mehrere Projektbeteiligte koordinieren und sind auf Daten aus unterschiedlichen Quellen und in unterschiedlichen Formaten angewiesen. Künstliche Intelligenz und Algorithmen helfen, die Komplexität solcher Projekte zu reduzieren und relevante Daten sinnvoll und transparent zu nutzen.
  • Mithilfe von digitalen Tools ist es möglich, die Planung von Immobilien stets ressourcenschonend und nach den aktuell geltenden Nachhaltigkeitsvorgaben durchzuführen.

Immobilien intelligent vernetzen

Auch der Bereich Smart Building ist Teil der PropTech-Bewegung und mittlerweile sogar im privaten Wohnbereich angekommen. Die Vernetzung der Gebäudetechnik bringt Nutzern und Betreibern verschiedene Vorteile:

  • Die automatisierte und auf die Nutzung von Räumen angepasste Steuerung der Beleuchtung oder Beheizung bringt Energieeinsparungen.
  • Büroflächen können mithilfe von Apps flexibler genutzt werden, indem Mitarbeiter beispielsweise einen Arbeitsplatz buchen, bevor sie ins Büro fahren. So können Unternehmen ihre Büroauslastung besser planen und die Einhaltung von Hygienevorschriften und Abstandsregeln sicherstellen.
  • Sensoren ermöglichen einen nachhaltigen und sicheren Gebäudebetrieb: Bei geöffnetem Fenster schaltet die Heizung automatisch ab, Präsenzmelder schalten das Licht nur in Anwesenheit von Personen ein und die Schranke in der Tiefgarage gibt die Einfahrt nur für autorisierte Mitarbeiter mit Chipkarte frei.

Immobilien effizienter planen, bauen und betreiben

Immobilienmarktplätze sind vor allem Mietern und Käufern von Wohnungen und Häusern schon seit einigen Jahren bekannt.

Doch auch in diesem Bereich bietet PropTech Vorteile, zum Beispiel:

  • virtuelle 360°-Rundgänge für potenzielle Mieter als Ergänzung zu Vor-Ort-Terminen
  • digitale Immobilien-Exposés
  • künstliche Intelligenz, die hilft, den besten Käufer für ein Objekt zu finden

Immobilien effizienter verwalten

Ist das Wohn- oder Bürogebäude errichtet, können Immobilieneigentümer ihren Bestand mit modernen Tools effizient verwalten. Verschiedene Prozesse lassen sich in diesem Bereich automatisieren:

  • Apps und Kundenportale vereinfachen den Austausch zwischen Immobilienunternehmen und Mietern.
  • Über Dashboards ist es Immobilieneigentümern möglich, ihre Immobilien und To-dos im Blick zu behalten.
  • Vermieter können die Betriebskostenabrechnung in kürzerer Zeit erledigen.

Was bedeutet die PropTech-Revolution für etablierte Unternehmen?

PropTech-Lösungen vereinfachen Prozesse über den gesamten Lebenszyklus von Immobilien hinweg. Besonders spannend sind dabei Geschäftsmodelle, die sich auf Planung und Bau fokussieren.

Der Schlüssel zur Digitalisierung liegt in der BIM-Methode. Digitale Gebäudemodelle sind eine wichtige Voraussetzung, um Arbeitsabläufe zu optimieren. PropTech-Ansätze helfen, dieses Optimierungspotenzial zu heben, Daten transparent und strukturiert aufzubereiten und sie endlich auch für Bauherren nutzbar zu machen.

Bessere Entscheidungen treffen mit BIM und PropTech

Dieses Ziel verfolgt auch TWINGINE: Das PropTech aus München stellt digitale Gebäudemodelle zunächst auf eine solide Datenbasis, indem es alle relevanten Gebäudeinformationen automatisiert validiert und übersichtlich aufbereitet. Damit lassen sich Gebäudevarianten und Immobilienprojekte einfach und transparent miteinander vergleichen, Energiesparpotenziale aufdecken und bestmögliche Entscheidungen treffen.

Für etablierte Unternehmen im Bereich Real Estate sind PropTechs keine Konkurrenz – vielmehr ergänzen und verbessern sie bestehende Abläufe. Sie ermöglichen es Bauherren, Nutzern, Maklern und anderen Playern, ihre Projekte noch effizienter und wirtschaftlicher abzuschließen.

Ausblick: Die Revolution hat gerade erst begonnen

Der PropTech-Markt in Deutschland und Europa wächst. Dennoch steht die Entwicklung noch am Anfang und das Potenzial ist längst nicht ausgeschöpft. Das liegt unter anderem daran, dass der Immobilienbereich strengen Normen unterliegt und insgesamt als schwerfälliger als andere gilt – insbesondere im Hinblick auf die Digitalisierung.

Dennoch wächst das generelle Interesse an PropTechs – genauso wie die Investitionen in den Bereich. Zudem dürfte die Pandemie die Position der PropTechs und ConTechs noch einmal deutlich verbessert haben. Denn digitale und vernetzte Lösungen sind heute gefragter denn je.

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TWINGINE Redaktion

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